Piepenbrockerin Bianca Lintker weltmeisterlich!

Osnabrück, 03.07.2012

Piepenbrock hat eine Schwimm-Weltmeisterin! Bei den 14. FINA World Masters Championchips im italienischen Riccione konnte sich Bianca Lintker den Titel über 50 Meter Schmetterling sichern. In der Altersklasse 30 ließ die Schwimmerin vom Schwimm-Club Osnabrück 04 die gesamte Konkurrenz hinter sich und errang mit einer Zeit von 29,66 Sekunden sensationell das begehrte Edelmetall. Auch auf anderen Kurzstrecken machte die Piepenbrock Mitarbeiterin mit sehr guten Ergebnissen auf sich aufmerksam.

 
Interview
 
Frau Lintker, Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem überragenden Erfolg! Wie fühlt man sich als Weltmeisterin?
Vielen Dank! Ich habe das zunächst gar nicht so realisiert, das kam erst mit der Medienberichterstattung. Aber als ich mein Foto in der Tagespresse gesehen habe, war das natürlich ein schönes Gefühl!
 
Wie lief denn der Wettkampf in Riccione genau ab?
Man muss wissen, dass das eine riesige Veranstaltung mit 9700 Schwimmern aus 76 Ländern war. Die Titelkämpfe wurden für Männer und Frauen parallel in zwei Becken, einem Indoor- und einem Outdoor-Pool, durchgeführt und entsprechend dicht war auch der Zeitplan gestrickt. Unsere Zeit zum Einschwimmen hatten wir von 6.30 Uhr bis 7.15 Uhr am Morgen. Bei meinem 50-Meter-Schmetterling-Wettkampf stand der Start aber erst um 19.00 Uhr auf dem Programm – da war es natürlich schwierig, die Spannung hochzuhalten. Eine Stunde vor dem Start habe ich noch einmal 400 Meter mit ein paar schnellen Zügen in einem 25 Meter Becken absolviert, um mich auf Betriebstemperatur zu bringen. Vom Meldeergebnis her hatte ich mir eigentlich nichts ausgerechnet und bin auch nur auf einer Randbahn gestartet, wo die Athleten mit den langsameren Meldezeiten platziert werden.
 
Was ist in Ihnen vorgegangen, als Sie dann realisiert haben, dass es tatsächlich gereicht hat, um den Titel zu gewinnen?
Ich bin geschwommen und hatte nach dem Anschlag die Anzeigetafel in meinem Rücken. Als ich aufgetaucht bin, sah ich meine Mannschaftskameraden, die auf der Tribüne riesig gefeiert haben. Welchen Lärm die mit nur sechs Leuten gemacht haben, war wirklich unglaublich! Nachdem ich meine Schwimmbrille abgesetzt hatte, konnte ich es wirklich kaum fassen, als ich meinen Namen ganz oben auf der Ergebnistafel gesehen habe.
 
Ist es denn auch bei Ihren anderen Strecken so gelaufen, wie Sie sich das vorgestellt haben?
Die anderen Disziplinen sind auch wunschgemäß gelaufen: Auf meinen Rückenstrecken wollte ich unter die Top 5 – auf der 50 und der 100 Meter Distanz bin ich jeweils Vierte geworden – das war ein bisschen schade, das Podest so knapp zu verfehlen. Auf den 200 Meter Lagen wurde ich Fünfzehnte und über 100 Meter Schmetterling ging es auf Platz sieben. Alles in allem war ich wirklich extrem zufrieden, auch da mit jeder geschwommenen Distanz eine Bestzeit purzelte!
 
Wie kam es denn zu dem Wunsch an der Weltmeisterschaft teilzunehmen und hatten Sie ein spezielles Ziel?
Die Teilnahme war im Prinzip eine Folge von Wettkämpfen, die wir geplant hatten. Mit drei Mannschaftskolleginnen habe ich 2009 wieder angefangen zu schwimmen. Wir suchten uns einen Verein, der den Masters-Sport nach unseren Vorstellungen unterstützen kann und haben ihn im Schwimm-Club Osnabrück 04 gefunden. Den Verein macht unter anderem attraktiv, dass die Trainingszeiten arbeitnehmerfreundlich am späten Abend und liegen und natürlich das Team, wie wir sehr schnell feststellten. Wir hatten damals „nur“ das Ziel an der Weltmeisterschaft 2010 in Schweden teilzunehmen und dann ging es immer weiter bis zur WM in Italien.
 
Sie hatten das Training schon angesprochen – wie intensiv haben Sie sich auf die Titelkämpfe vorbereitet?
Meine Mannschaftskameradinnen und ich haben acht Wochen für die intensive WM-Vorbereitung investiert. In dieser Phase haben wir das Training von zwei auf dreimal wöchentlich umgestellt und uns gezielt vorbereitet. Auch um die Organisation von Anfahrt, Unterkunft und allen übrigen Sachen muss man sich im Amateurbereich selbst kümmern. Auf der Schmetterlingstrecke, auf der ich den Titel gewinnen konnte, lag interessanterweise gar nicht mein Hauptaugenmerk. Eigentlich ist meine Hauptdisziplin Rücken.

Hatten Sie denn bestimmte Zielstellungen, die Sie erreichen wollten?
Mein Ziel über die 50 Meter Schmetterling war es unter 30 Sekunden zu schwimmen. Diese Marke hatte ich bei den letzten Wettkämpfen nie knacken können – bei der WM wollte ich das unbedingt schaffen und das hat am Ende ja auch gut funktioniert!
 
Welchen Stellenwert nimmt denn der Schwimmsport bei Ihnen ein?
Schwimmen ist mein Hobby, das ich zum Ausgleich betreibe. Nach einem langen Tag im Büro macht es mir einfach Spaß mich damit ablenken zu können. Während meiner Schulzeit habe ich den Sport wirklich sehr intensiv betrieben. In der Zeit bevor ich mein Abitur ablegte, habe ich ein Jahr lang neunmal die Woche trainiert, um an den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen – anschließend habe ich das Pensum dann aber wieder deutlich zurückgefahren. Richtig eingestiegen bin ich erst wieder, als sich meine alte Truppe 2009 erneut formiert hat. Wir fingen mit vier Frauen an, mittlerweile ist unsere Masters-Mannschaft aber schon auf etwa 20 Leute angewachsen.
 
Was steht denn als nächstes auf dem Veranstaltungskalender?
Es gibt nur wenig Zeit zum Durchschnaufen. Wir gehen direkt in die Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften im Amateurbereich in Dortmund vom 24. bis 26. August. Langfristig ist natürlich die Titelverteidigung 2014 geplant, dann ruft Montreal!
 
Frau Lintker, wir gratulieren Ihnen noch einmal ganz herzlich und danken für das Interview.

Quelle: www.piepenbrock.de

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Piepenbrock hat eine Weltmeisterin!
Große Freude! Bianca Lintker realisiert, dass sie soeben Weltmeisterin geworden ist. (c) Piepenbrock
Piepenbrock hat eine Weltmeisterin!
Auf dem Treppchen ist es doch immer noch am Schönsten! (c) Piepenbrock