Welt-Alzheimertag: 60 000 Euro Preisgeld an Demenzforscher

Osnabrück, 22.09.2015

(Bonn/Osnabrück, 23.09.2015) Es war ein besonderes Rendezvous von Wissenschaft und Kunst. Moderiert von Medizin-Kabarettist Eckart von Hirschhausen stellte die Veranstaltung „Music & Brain“ die Hirn- und Demenzforschung in den Mittelpunkt. Ein zentraler Programmpunkt war am Abend des 21. September 2015 die Verleihung des mit 60 000 Euro dotierten „Hartwig Piepenbrock-DZNE Preises“ an den britischen Forscher John Hardy.
 
Hirnforschung, Musik und Kabarett trafen Welt-Alzheimertag während einer besonderen Veranstaltung aufeinander. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und die Piepenbrock Unternehmensgruppe würdigten mit John Hardy einen der profiliertesten Alzheimerforscher der heutigen Zeit. Während des Events „Music & Brain“ wurde der Professor für Neurowissenschaften am University College London in der Bonner Bundeskunsthalle mit dem „Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis“ ausgezeichnet. Neben einem Preisgeld von 60 000 Euro erhielt er eine limitierte handgefertigte Bronzeskulptur des Künstlers Berndt Wilde aus den Händen von Maria-Theresia, Olaf und Arnulf Piepenbrock sowie den DZNE-Vorstandsmitgliedern Prof. Pierluigi Nicotera und Dr. Sabine Helling-Moegen. Hardy wurde für seine Forschungsarbeit über die genetischen Ursachen der Alzheimer’schen Erkrankung geehrt. Seine wegweisenden Erkenntnisse könnten eines Tages zu besseren Behandlungsmöglichkeiten beitragen. „In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Viele davon sind von Alzheimer betroffen. Wir benötigen dringend neue Ansätze, um den Patienten und ihren Angehörigen zu helfen“, erläuterte Olaf Piepenbrock das Motiv zur Stiftung des Preisgeldes. „Das geht insbesondere über Forschung, die eine Grundlage für mögliche Therapien schafft. Hervorragende Leistungen auf diesem Gebiet wollen wir mit der Auszeichnung würdigen.“
 

Einblicke durch Forschung und Kabarett

Der Medizin-Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen und der Pianist Christoph Reuter verbanden in einem vielseitigen Rahmenprogramm das Thema Hirnforschung mit Musik, Humor und Improvisationstalent. Warum Tanzen, Singen und Freude am Miteinander die besten „Medikamente“ gegen Alzheimer sind, wurde nicht nur theoretisch dargelegt, sondern live erlebbar. „Zusätzlich haben wir am heutigen Tag einige Einblicke in die Forschungsaktivitäten des DZNE und in die vielfältigen Talente des menschlichen Gehirns gewährt“, fügte Dr. Dirk Förger, Pressesprecher des DZNE, hinzu. So erhielten im Verlaufe des Tages interessierte Medienvertreter die Möglichkeit, jungen Forschern in den Laboren des DZNE bei ihrer wichtigen Arbeit über die Schulter zu blicken.
 

Über John Hardy

Prof. John Hardy, University College London, wurde für seine wegweisenden Erkenntnisse über die genetischen Ursachen von Alzheimer ausgezeichnet. Er hat mit seinen Arbeiten nicht nur zum besseren Verständnis der Erkrankung beigetragen, sondern auch Grundlagen für mögliche Therapien gelegt. Hardy gilt als einer der Wegbereiter der „Amyloid-Hypothese“: Sie geht davon aus, dass Alzheimer von körpereigenen giftigen Eiweißstoffen ausgelöst wird. Darüber hinaus sind ihm bahnbrechende Entdeckungen über Parkinson, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und andere Hirnerkrankungen gelungen. Der „Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis“ zeichnet alle zwei Jahre herausragende Verdienste um die Erforschung degenerativer Erkrankungen des Nervensystems aus. Deren gemeinsames Merkmal ist die „Neurodegeneration“: ein krankhafter Prozess, der die Nervenzellen beschädigt.
 

Über den Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis

Der „Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis“ zeichnet alle zwei Jahre herausragende Verdienste um die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen aus. Merkmale dieser Erkrankungen, zu denen auch Alzheimer gehört, sind neuronale Funktionsstörungen und das Absterben von Nervenzellen. Die Auszeichnung wird von der Piepenbrock Unternehmensgruppe gestiftet und im Andenken an ihren ehemaligen geschäftsführenden Gesellschafter vergeben. Hartwig Piepenbrock selbst verstarb an den Folgen einer Demenzerkrankung. Er hatte sich über viele Jahre für Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft engagiert. Der Preis ist in diesem Jahr mit 60 000 Euro dotiert. Der Preisträger wurde von einem Fachgremium unter der Koordination des DZNE ausgewählt und in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen. 2013 ging er gemeinsam an den Schweizer Adriano Aguzzi und den US-Amerikaner Charles Weissmann. 2011 wurde der Heidelberger Molekularbiologe Konrad Beyreuther ausgezeichnet.
 

Über Dr. Eckart von Hirschhausen

Bevor er seiner kreativen Ader folgte und Wissenschaftsjournalismus mit Bühnenkunst zu einer neuen Kunstform fusionierte, dem medizinischen Kabarett, hatte Eckart von Hirschhausen als Arzt in der Kinderneurologie gearbeitet. Besonders fasziniert ihn die Humorforschung, denn Lachen ist die beste Medizin und Humor die komplexeste kognitive Leistung des menschlichen Gehirns. Am Abend des Welt-Alzheimertages begleitete ihn der Pianist Christoph Reuter, der auch bei der „Wunderheiler“-Tour klassische Musik mit Jazz verbindet.
www.hirschhausen.com
 

Über Christoph Reuter

Christoph Reuter studierte Jazzpiano und Musikpädagogik an den Musikhochschulen „Hanns Eisler“ (Berlin) und „F.M. Bartholdy“ (Leipzig). Er absolvierte sein Konzertexamen bei Prof. Richie Beirach (New York) und war Mitglied im Bundesjugendjazzorchester sowie Stipendiat der UdK Berlin. Christoph Reuter arbeitet für Orchester (u. a. Anhaltische Philharmonie Dessau, Babelsberger Filmorchester), für Chöre, verschiedene Bands und schreibt Schauspielmusik (u. a. für das Schauspielhaus Zürich).
www.christophreuter.de

Über das DZNE

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) erforscht die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems und entwickelt Strategien zur Prävention, Therapie und Pflege. Es ist eine Einrichtung in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit Standorten in Berlin, Bonn, Dresden, Göttingen, Magdeburg, München, Rostock/Greifswald, Tübingen und Witten. Das DZNE kooperiert eng mit Universitäten, deren Kliniken und außeruniversitären Einrichtungen.
www.dzne.de


<< zurück zur Übersicht


Quelle: www.piepenbrock.de

Pressemitteilung zum Downloaden (PDF)


Pressemitteilung zum Downloaden (DOC)


Logo
Welt-Alzheimertag: 60 000 Euro Preisgeld an Demenzforscher
Das Event "Music & Brain", bei dem auch der Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis vergeben wurde, war ein voller Erfolg.
Welt-Alzheimertag: 60 000 Euro Preisgeld an Demenzforscher
Am Welt-Alzheimertag bot das DZNE spannende Einblicke in das Forschungsfeld neurodegenerativer Erkrankungen. (Bild: Piepenbrock)
Welt-Alzheimertag: 60 000 Euro Preisgeld an Demenzforscher
Preisträger John Hardy (m.) beantwortete mit Olaf Piepenbrock (l.), geschäftsführender Gesellschafter gleichnamiger Unternehmensgruppe, und Prof. Pierluigi Nicotera, Vorstandsmitglied des DZNE, die Fragen der anwesenden Pressevertreter. (Bild: Piepenbrock)
Welt-Alzheimertag: 60 000 Euro Preisgeld an Demenzforscher
Bei der Abendveranstaltung überreichte die Familie Piepenbrock gemeinsam mit Vorstandsmitgliedern des DZNE feierlich den „Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis“ an John Hardy (m.). (Bild: Piepenbrock)