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Tagesbegleitende Reinigung: Eine Frage der Akzeptanz

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Die tagesbegleitende Reinigung wird noch stärker in den Fokus rücken.

Ein Kommentar von Horst Keen, Leiter Technisches Management bei Piepenbrock

 

Die tagesbegleitende Reinigung wird zukünftig immer stärker in den Fokus rücken. Sie ist die zwingende Reaktion auf den zunehmenden Personalmangel, die Forderung der Arbeitnehmer nach einer Work-Life-Balance sowie dem Wunsch der Auftraggeber nach Transparenz und Effizienz.

In vielen Objekten hat sich die tagesbegleitende Reinigung bereits etabliert. Das gilt zum Beispiel in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, an Flughäfen oder in Bahnhöfen. Speziell in stark frequentierten öffentlichen Bereichen reicht die tägliche Reinigung außerhalb der Nutzungszeiten allein nicht aus. Trotzdem sträuben sich immer noch viele Unternehmen und deren Mitarbeiter gegen eine Reinigung während der Geschäftszeiten. Als Hauptargument bringen sie vor, dass Betriebsabläufe durch einen erhöhten Geräuschpegel und die Arbeit der Reinigungskräfte gestört würden. Das ist durchaus nachvollziehbar. Doch überwiegen im Kontext der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung heute die Vorteile.

Denn eines steht fest: Es wird immer schwieriger, Mitarbeiter für die Reinigung zu gewinnen. Für Dienstleister in der Gebäudereinigung ist es deshalb wichtig, die Attraktivität des Arbeitsplatzes zu erhöhen. Ein wesentlicher Punkt dabei ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das heißt, dass Arbeitnehmer zu Zeiten arbeiten, in denen die Versorgung anderer Familienmitglieder gewährleistet ist. Dabei geht es nicht nur um die Betreuung von Kindern, sondern auch um die Pflege älterer Familienmitglieder. 

Insgesamt verbessert sich durch die tagesbegleitende Reinigung gleichzeitig die Situation der Beschäftigten. Minijobs können teilweise in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt werden. Das heißt nicht, dass es die Nachfrage nach Arbeitsplätzen, bei denen die Leistungsausführung außerhalb der Nutzungszeiten stattfindet, zukünftig gar nicht mehr geben wird. Im Gegenteil: Wenn es um eine Zweitbeschäftigung geht, sind viele Mitarbeiter darauf angewiesen, dass sie außerhalb der üblichen Geschäftszeiten ihrer Tätigkeit nachgehen können.

Ein besonderes Beispiel ist der Einzelhandel. Hier hat die Verschiebung der Ladenöffnungszeiten dazu geführt, dass es immer schwieriger wird, außerhalb der Öffnungszeiten zu reinigen. Viele Supermärkte haben bis 22:00 Uhr oder länger und auch am Wochenende durchgängig geöffnet. Das führt auch dazu, dass eine Reinigung außerhalb der Öffnungszeiten nur zu zuschlagspflichtigen Zeiten stattfinden kann. Dadurch wird die Dienstleistung insgesamt teurer. Hinzu kommt, dass Schließzeiten eingehalten werden müssen, zu denen das Gebäude abgeschlossen und die Alarmanlage scharf geschaltet wird.

Qualitätssteigerung und Kostenreduktion

Doch die tagesbegleitende Reinigung ist nicht nur aus gesellschaftlicher Sicht sinnvoll, sondern bringt darüber hinaus diverse Vorteile für die Auftraggeber mit sich. So verliert die Reinigung an Anonymität, bekommt ein Gesicht und einen Namen: Die Reinigungskräfte stehen in direktem Austausch mit den Leistungsempfängern und können damit individuell auf deren Bedürfnisse eingehen. In der Regel geht mit der Umstellung auf die Reinigung während der Nutzungszeiten einer Immobilie auch eine Steigerung der Qualität einher.

Denn die Reinigungskräfte können auch bei kurzfristig auftretenden Verschmutzungen reagieren und die Beschwerden werden durch ihre Ansprechbarkeit stark reduziert. Die tagesbegleitende Reinigung ist in der Regel eine bedarfsorientierte Reinigung. So werden Arbeitsabläufe seitens des Kunden nur dann gestört, wenn es zwingend notwendig ist. Gleichzeitig kann der Kunde durch die tagesbegleitende Reinigung immer dann auch Kosten sparen, wenn zum Beispiel die Betriebszeiten eines Gebäudes und damit auch die Beleuchtungs- und Heizzeiten reduziert werden können.

Dem Konzept Zeit geben

Ob sich das Konzept langfristig durchsetzt, ist letztendlich eine Frage der Akzeptanz. Der Deutsche mag es sauber, möchte aber nicht unbedingt mitbekommen, wie gereinigt wird. In anderen europäischen Ländern, zum Beispiel in den Niederlanden, ist die Reinigung während der Nutzungszeit längst normal und gesellschaftlich akzeptiert. Im Einzelhandel hat die Akzeptanz für die tagesbegleitende Reinigung in den letzten Jahren schon stark zugenommen. Die Umsetzung in Verwaltungsgebäuden findet hingegen bisher kaum statt. Dass in den Abendstunden eine Reinigungskraft vorbei kommt, kennen die meisten Verwaltungsmitarbeiter. Wenn aber jemand am Vormittag vorbei kommen würde, wären sie irritiert oder würden sich gestört fühlen. Es wird deshalb noch einige Zeit dauern bis dieses Reinigungskonzept auch in unseren Verwaltungsgebäuden angekommen ist.

Außerdem gibt es natürlich Wirtschaftsbereiche, in denen eine Reinigung während der Nutzungszeiten schlichtweg nicht möglich ist, zum Beispiel wenn es um die Reinigung von Industrieanlagen geht. Hier hat die Produktion erste Priorität. Deshalb wird die tagesbegleitende Reinigung auch zukünftig nur einen Teil der Leistungsausführung ausmachen.

Fakt ist, dass wir nicht umhin kommen, das Konzept mittelfristig  einzubeziehen. Die Gebäudereinigung ist eine Leistung, die ohne Mitarbeiter nicht funktioniert. Dienstleister sind also stark davon abhängig, dass sie die für einen Auftrag benötigten Beschäftigten auch finden. Durch die tagesbegleitende Reinigung steigt die Attraktivität von Arbeitsplätzen in der Gebäudereinigung. Sie sorgt somit dafür, dass die Leistungsausführung langfristig sichergestellt werden kann.

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Ein Kommentar

Kate Welling

30. September 2020 um 22:05

Super Artikel zum Thema Betrieb für Büroreinigung. Meine Schwester hat auch erst vor kurzem darüber geredet und mir empfohlen mich mehr darüber zu informieren.

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