Piepenbrock › Kompetenz › Wie baut man ein Hochregallager?
Wie baut man ein Hochregallager?
Kontakt: Katharina Adam Datum: 28 Mai 2026 Lesedauer: 3 Minuten Kategorien: Kompetenz Themen: 3KER RAS Group, Hochregallager, Industriekletterer
332
Was als Bauvorhaben auf der grünen Wiese begann, ist in einem knappen Jahr zu einem Hochregallager herangewachsen. Bei der Montage der Stahlkonstruktion arbeiteten unterschiedliche Gewerke auf engem Raum – so auch die Industriekletterer der 3KER RAS GROUP, einem Tochterunternehmen von Piepenbrock. Doch welche Herausforderungen und Arbeitsschritte bringt der Bau eines Hochregallagers mit sich?
Dämmerlicht, eisiger Wind und klirrende Kälte – 40 Meter über dem Boden an einer Stahlkonstruktion gesichert: Beim Arbeitseinsatz am Hochregallager in Schwerin spürten die Industriekletterer von 3KER RAS die Witterungen des Winters deutlich. Neben Schnee und Glätte in den Regalen erlebten die Experten Temperaturen von bis zu minus zehn Grad. Dabei pfiff der Wind mit maximal 70 Stundenkilometern durch das offene Stahlgerüst.
„Solche Arbeitsbedingungen sind besonders kräftezerrend. Sie erfordern volle Konzentration und durchdachte Bewegungen“, weiß Martin Semmel, Geschäftsführer der 3KER RAS GROUP. Von Mitte November unterstützten bis zu sechs Industriekletterer über mehrere Monate beim Ausbau des Hochregallagers. Neben einem Rauchansaugsystem (RAS-Anlage) montierten die Mitarbeiter eine Lüftungsanlage.
Schrittweise zum vollautomatischen Hochregallager
Auf einer Bodenplatte als Fundament bauten verschiedene Gewerke das 40 Meter hohe und 60 Meter lange Hochregallager von der Kopfseite, also vom Ende der Regalreihen, auf. Nach der Seitenteil- und Modulvormontage stellte ein Kran die Bauteile auf. Sprinklerleitungen haben die Arbeiter direkt eingelegt sowie die Schwerlastregale in Längsrichtung miteinander verbunden. Mit dem Einbau des Dachtragewerks folgte die Querverbindung. Dabei wurde ein großer Teil der Lüftungselemente per Kran in die Dachkonstruktion eingelegt. Anschließend beschäftigten sich die Arbeiter mit dem Ausbau.
Während die Industriekletterer das RAS-System und die Lüftungsanlage montierten, stellten Regalbauer ihre Arbeiten fertig. Inzwischen haben die Industriekletterer ihren Arbeitseinsatz abgeschlossen. Semmel erklärt die Schritte bis zur Fertigstellung der Stahlkonstruktion: „Für die Montage von Bodenschienen zwischen den Regalreihen bleibt ein Teil des Dachs zunächst offen. Auf diesen Reihen werden Regalbediengeräte installiert, die im Betrieb die Ein- und Auslagerung vollautomatisch umsetzen sollen. Im letzten Schritt werden die Außenwände an den äußersten Regalen befestigt.“

In einem knappen Jahr bauten unterschiedliche Gewerke in Schwerin schrittweise ein vollautomatisches Hochregallager auf. (Bild: 3KER RAS GROUP GmbH)
Voller Einsatz bei Rauchansaugsystem und Lüftungsanlage
Um ihren Einsatzort zu erreichen, fuhren die Industriekletterer in den Regalgassen mit einer Hubarbeitsbühne auf 30 Meter Höhe. Die letzten zehn Meter erklommen sie über die Regale oder Einhängeleitern. Für die Arbeiten sicherten sich die Mitarbeiter direkt an der Konstruktion. Semmel betont: „Im Stahlbau ist ein guter Seilschutz unerlässlich. Um unsere Seile vor scharfen Kanten zu schützen, gehen wir auf Nummer sicher.“ Im zweiten Bauabschnitt des Hochregallagers montierten die Experten unter anderem das RAS-System. „Das Rauchansaugsystem besteht aus dünnen Kunststoffrohren mit unterschiedlich großen Öffnungen. Im Betrieb saugen die Rohre kontinuierlich Luft an, um diese auf Rauchentwicklung zu überwachen“, erklärt Semmel.
Um die sechs Meter langen PVC-Rohre zu befestigen, schraubten die Mitarbeiter Halterungen an das Regalsystem. Die Rohre selbst verbanden sie mit Muffen und Kleber. Darüber hinaus montierten die Experten die Lüftungsanlage oberhalb der Führungsschiene der Regalbediengeräte. „Unsere Mitarbeiter positionierten die Elemente und koppelten sie an bereits montierte Abschnitte. Fehlende Teile zogen sie mit Winden vom Boden zur Dachkonstruktion“, schildert Semmel. Dabei arbeiteten sie zunächst horizontal, von der einen zur anderen Regalseite. Auf der Kopfseite angekommen, befestigten sie weitere Kanäle senkrecht nach unten.

Gut gesichert montierten die Industriekletterer die Lüftungskanäle oberhalb der Regale auf etwa 40 Metern Höhe. (Bild: 3KER RAS GROUP)
Sicherheit zwischen Schwerlastregalen
Für die Montage eines Hochregallagers werden rund 100 Tonnen Stahl verbaut. Damit diese unfallfrei an ihr Ziel kommen, gibt es neben einem detaillierten Ablaufplan tägliche Absprachen zwischen den Teamleitern und der Bauleitung. Semmel erläutert, warum ein Rundumblick entscheidend ist: „Wichtig ist, dass sich niemand unter schwebenden Lasten aufhält. Da ringsherum gearbeitet wird, sollten alle Kräfte auf der Baustelle ihre Umgebung im Blick behalten.“ Sobald die Regale stehen, arbeiten mehrere Gewerke parallel in und oberhalb der engen Gassen.
Kommt es zu einer Verzögerung, wirkt sich das auf andere Bauschritte aus. Wegen der eisigen Temperaturen mussten die Industriekletterer ihre Arbeitsschritte am Hochregallager in Schwerin anpassen. Semmel erinnert sich zurück: „Für die Verlegung der Rauchansaugleitungen verbinden wir die Rohre mit Kleber und Hülsen. Da die spezielle Klebemasse erst ab fünf Grad zuverlässig haftet, mussten wir umdenken. Also haben sich unsere Mitarbeiter zunächst um den Lüftungsbau gekümmert.“
Ähnliche Beiträge



Keine Kommentare