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„Sozial engagieren lohnt sich“

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Prof. Dr. Rüdiger Grube, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Semperoper in Dresden

Prof. Dr. Rüdiger Grube ist Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Semperoper in Dresden. Als ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG weiß er um die Verantwortung der Wirtschaft gegenüber der Gesellschaft. Soziales Engagement schreibt er groß. Im Interview spricht Grube über die Arbeit des Stiftungsrates und warum für ihn nachhaltiges Handeln der Schlüssel zum Erfolg ist.

Hamburg und Dresden: Was verbinden Sie persönlich mit den deutschen Elbstädten?

Hamburg und Dresden sind zwei wunderschöne Städte, die eine wahnsinnig interessante Geschichte haben. Und sehr viel Kunst und Kultur anbieten. Hamburg und Dresden sind mit ihren prestigeträchtigen Spielstätten wie der Elbphilharmonie oder der Semperoper absolute Wahrzeichen. Zwischen beiden Orten besteht eine Städtepartnerschaft. Diese besondere Verbindung ermöglicht, die gesamte Kulturszene weiter auszubauen und zu stärken. Mich begeistern insbesondere Musiktheater und Kunst. Aus diesem Grund setze ich mich gerne für Kunstschaffende und deren Förderung ein. Dabei liegt mir Hamburg natürlich besonders am Herzen. Hier wohne und lebe ich. Aber auch Dresden bin ich sehr verbunden. Und das nicht erst seitdem ich Vorsitzender des Stiftungsrates der Semperoper bin.

Den ersten Kontakt zur Stadt hatte ich während meiner Tätigkeit bei der Deutschen Airbus GmbH. Wir haben die Elbe Flugzeugwerke gekauft und in unsere Unternehmensstrukturen integriert. So hatte ich in der Elbstadt viel geschäftlich zu tun und konnte Dresden in seiner Vielfalt besser kennenlernen. Später hatte ich das Glück, unseren Gründer der Stiftung Semperoper, Rudi Häussler, zu treffen. Eine enge Freundschaft ist daraus entstanden, die bis heute hält. Unser gemeinsames Ziel ist, die kulturelle Arbeit der Semperoper in Dresden deutschlandweit zugänglich zu machen. Denn die Spielstätte ist nicht nur für die Region von Bedeutung. Sie ist einmalig in Deutschland. Deshalb engagieren wir uns auch zukünftig für das Opernhaus.

Soziales Engagement geht mit nachhaltigem Handeln einher. Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit?

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit, sich Herausforderungen zu stellen und dafür neue Lösungsansätze zu finden. Lösungen, die die Welt ein Stück weit verbessern. Ich beschäftige mich ungern mit kurzfristigen Projekten oder – wie ich sie nenne – Eintagsfliegen. Sie führen am Ende zu keinem dauerhaften Erfolg. Heutzutage nimmt nachhaltiges Handeln nicht nur im privaten Umfeld einen hohen Stellenwert ein. Auch Unternehmen sind dazu aufgefordert, ihre Ressourcen so einzusetzen, dass sowohl die Wirtschaft als auch die Bevölkerung davon profitieren. Ich bin davon überzeugt, dass wir nur gemeinsam im Team positive Veränderungen erreichen.

Wenn ich zum Beispiel unsere Stiftungsarbeit betrachte, dann gibt es keine Alleingänge. Alle Ideen und Entscheidungen diskutieren wir zusammen. Ich kann mich zu 100 Prozent auf meine Kolleginnen und Kollegen wie Ulrike Lerchl, unsere Geschäftsführerin, oder Christian Zwade, unseren Vorsitzenden des Kuratoriums, verlassen. Wir haben uns vorgenommen, Rudi Häusslers soziales Engagement, das er über 28 Jahre vorgelebt hat, in gleicher Weise und darüber hinaus fortzusetzen.

Sie sind seit über einem Jahr Vorsitzender des Stiftungsrates der Semperoper in Dresden. Welche Themen möchten Sie zukünftig fördern und was sind Ihre Ziele?

Ich trete in meiner neuen Position als Vorsitzender in große Fußstapfen. Rudi Häussler hat als Gründer der Stiftung Semperoper sehr viel bewegt und aufgebaut. Ich möchte sein Lebenswerk verantwortungsvoll fortführen und gleichzeitig neue Wege gehen. Unser größtes Ziel ist es, neue Förderer für uns zu gewinnen. Aktuell haben wir 72 Kuratoriumsmitglieder und Spender. Darunter auch Piepenbrock – seit über 20 Jahren. Wir wollen im nächsten Schritt von 72 auf 100 Spender gelangen.

Um das zu erreichen, haben wir das „Programm 100“ initiiert. Zudem sollen pro Jahr eine Million Euro der Semperoper zugutekommen. Ein sportliches Ziel, auf das wir tagtäglich hinarbeiten. Getreu unseres Mottos: Siege beginnen im Kopf. Ich und der gesamte Stiftungsrat sind Macher. Wir möchten Kunstschaffenden die Möglichkeit bieten, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Letztendlich bereichert es nicht nur sie, sondern die gesamte Kulturszene in Deutschland.

Als langjähriger Partner sorgen wir in der Semperoper für eine zuverlässige Gebäudereinigung. Wie wichtig ist Ihnen ein sauberes Erscheinungsbild?

Sehr wichtig. Die Semperoper ist eine prestigeträchtige Spielstätte. Mit ihren architektonisch einzigartigen Hallen und aufwendigen Deckenmalereien bildet sie den perfekten Schauplatz für Musikgeschichte. Sie gilt als eines der schönsten Theaterhäuser der Welt. Und das zu Recht. Unsere Gäste sollen sich bei uns wohlfühlen. Das Gebäude in seiner künstlerischen Pracht reicht dafür allein nicht aus. Wir wollen uns von unserer besten Seite zeigen. Deswegen ist ein sauberes Erscheinungsbild für uns selbstverständlich.

Die Räume, wie die Eingangshalle oder der Konzertsaal, werden für jede Veranstaltung auf Hochglanz gebracht. Die Semperoper ist ein besonderes Gebäude, das es zu pflegen und schützen gilt. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie viele unterschiedliche Aufgaben hierbei anfallen. Das Piepenbrock Team leistet einen tollen Job. Wir sind sehr dankbar, einen so verantwortungsbewussten und professionellen Partner an unserer Seite zu haben.

Kommen wir zu einer persönlichen Frage an den passionierten Läufer: Was fasziniert Sie am Laufen?

Als Vorstand bei Daimler oder der Deutschen Bahn AG hatte ich verantwortungsvolle berufliche Positionen. Da gehen einem viele Fragen und Probleme durch den Kopf, für die eine strategische Lösung gefunden werden muss. Beim Laufen konnte ich meine Gedanken und Aufgaben sortieren – das mache ich sogar heute noch. Was hast du gestern nicht geschafft? Welche Punkte musst du heute unbedingt erledigen?

Ich stehe morgens früh auf, ziehe meine Laufschuhe an und lege auf meiner Strecke meistens zehn Kilometer zurück. So strukturiere ich meinen Tagesablauf und bekomme darüber hinaus einen klaren Kopf. Laufen ist für mich keine sportliche Veranstaltung, bei der ich schneller sein möchte als der Andere. Nein, das ist eine Stunde am Tag, in der ich mich mit mir selbst und mit den Themen beschäftige, die ich zu lösen habe.

Piepenbrock sponsert den bekannten Dresden-Marathon. Kunden und Mitarbeiter laufen selbst mit, um das für die gelaufenen Kilometer gesammelte Geld einem guten Zweck zu spenden. Wie stehen Sie zu sportlichen Hilfsaktionen?

Einen Marathon für einen guten Zweck zu laufen, ist eine tolle Aktion. Ich finde es klasse, dass Piepenbrock den Dresden-Marathon sponsert und seine Kunden und Mitarbeiter animiert, sich zu beteiligen. Viel mehr Unternehmen sollten sportliche Veranstaltungen fördern und somit soziales Engagement zeigen. Piepenbrock geht hier mit einem guten Beispiel voran. Während meiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG habe ich im Unternehmen quasi das Laufen eingeführt. Ich habe Firmenläufe ins Leben gerufen und meine Mitarbeiter für den Sport begeistert.

Von Jahr zu Jahr stiegen die Teilnehmerzahlen. Heute läuft gefühlt das gesamte Unternehmen, obwohl ich gar nicht mehr dort tätig bin. Das ist auch wieder ein gutes Beispiel für eine nachhaltige Aktion, die langfristig bestehen bleibt. Es braucht immer einen Initiator mit einer guten Idee, einem starken Willen und Durchhaltevermögen. Erfolg ist kein Schicksal. Man muss die Ärmel hochkrempeln, in die Hände spucken und mit anpacken. Das ist meine Devise. Und diese Einstellung hat mich in meinem Leben weit gebracht. Darauf bin ich sehr stolz.

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