„Change mich am Arsch“ – über Möglichkeiten und Herausforderungen von Veränderungsprozessen

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Mitarbeiter sind häufig verunsichert, wenn in ihrem Unternehmen Veränderungen anstehen und Aufgabenfelder neu verteilt werden. Was wichtig ist, um sogenannte Change-Prozesse für alle Beteiligten erträglich und vor allem sinnvoll zu gestalten, machte Prof. Dr. Axel Koch in seinem Vortrag im Piepenbrock Service Center Osnabrück deutlich. Auf der Veranstaltung des BVMW am 26. März referierte der Diplom-Psychologe und Professor für Training und Coaching zu den Möglichkeiten und Herausforderungen von Veränderungen.

Change-Prozesse erwachsen aus Restrukturierungen, Kulturwandel oder Fusionen, aber auch aus Führungswechseln. Im Fokus seiner Ausführungen standen für Prof. Dr. Koch insbesondere die Geschwindigkeit und Umsetzung der Veränderungsprozesse: „Führungskräfte müssen drei wesentliche Aspekte berücksichtigen: Achtsamkeit, sowohl sich selbst, als auch ihren Mitarbeitern gegenüber, die Gesetze der Veränderungspsychologie und ihre eigenen Führungswerte.“

Sie sollten also nicht nur ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen, sondern insbesondere auch die ihrer Mitarbeiter kennen. „Selbst der veränderungsbereiteste Mitarbeiter ist langfristig schlecht in einem Job, der nicht zu ihm passt“, betonte Koch. Die Aufgabe einer Führungskraft sei es daher auch, zu sehen, was eine Veränderung mit einem Mitarbeiter macht und Warnzeichen zu erkennen. Denn seien Mitarbeiter mit den Veränderungen permanent überfordert, wären die Folge meist Stresserkrankungen.

Von der Raupe zum Schmetterling: Prof. Dr. Axel Koch verdeutlichte erfolgreiche Change-Prozesse. (Bild: Piepenbrock)

Von der Raupe zum Schmetterling: Prof. Dr. Axel Koch verdeutlichte erfolgreiche Change-Prozesse. (Bild: Piepenbrock)

Fokussieren und Maß halten

Auch ihren eigenen Führungsstil sollten Vorgesetzte kennen. „Steht der Mensch im Mittelpunkt oder nur die Leistung und das Ergebnis?“, fragte Koch. Veränderungen geschähen zudem nicht „über Nacht“. „Change richtig angehen heißt vor allem ‚Fokussieren und Maß halten‘“. Die Prozesse sollten geplant und Schritt für Schritt durchgeführt werden. „Aller Anfang ist schwer. Neue Aufgaben und Prozesse müssen geübt werden – und das braucht Zeit“, verdeutlichte der Diplom-Psychologe.

Seine Ausführungen schloss Prof. Dr. Koch mit der Bitte um eine neue Perspektive. Denn sicher sei: Nur unter Berücksichtigung von Achtsamkeit, Veränderungspsychologie und den eigenen Führungswerten kann der Change-Prozess in Unternehmen gelingen.

Im Anschluss an den spannenden Vortrag nutzen die mehr als 140 Teilnehmer beim Get-together ausgiebig die Gelegenheit zum fachlichen und persönlichen Austausch.

In seinem Buch „Change mich am Arsch – Wie Unternehmen Ihre Mitarbeiter und sich selbst kaputtverändern“ beschäftigt sich Dr. Axel Koch mit Veränderungen in Unternehmen und den Auswirkungen auf die Mitarbeiter. (Bild: Piepenbrock)

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