Siemens-Industriepark: Infrastrukturelles Facility Management auf 285 000 Quadratmetern

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Siemens-Industriepark: Infrastrukturelles Facility Management auf 285 000 Quadratmetern

Der Siemens-Industriepark in Karlsruhe erstreckt sich auf einer Fläche von rund 285 000 Quadratmetern und umfasst 44 Werks-, Verwaltungs- und Lagergebäude. 2005 übernahm Piepenbrock hier die Unterhaltsreinigung und erweiterte seitdem sukzessive das Leistungsportfolio. Heute ist der Gebäudedienstleister unter anderem auch mit Hausmeisterservices und Postdiensten beauftragt.

In der Werkshalle 16 trennen gelbe Markierungen die Laufwege von offenen Produktionsflächen. Diese gelben Linien grenzen den sogenannten EGB-Bereich vom Rest der Fläche ab. EGB steht dabei für elektrostatisch gefährdete Bauelemente, die bei unsachgemäßer Handhabung leicht beschädigt werden können. Wer nicht mit einem ableitfähigen Mantel und Sicherheitsschuhen ausgestattet ist, darf die gekennzeichneten Wege hier nicht verlassen. Denn am Siemens-Standort Karlsruhe werden hochsensible Automatisierungssysteme gefertigt.

Auf den Wegen und an den Arbeitsplätzen herrscht reger Betrieb: Im Werk Manufacturing Karlsruhe (MF-K) arbeiten rund 1 000 Mitarbeiter.

Diese verteilen sich auf Produktions-Einzelarbeitsplätze, Fertigungsstraßen sowie Büroarbeitsplätze für Logistik, Einkauf und Vertrieb. Sie stellen Produkte für die industrielle Kommunikation und Identifikation sowie Automatisierungssysteme her. „Die Bauelemente werden entweder per Hand oder automatisch bestückt. Im zweiten Fall stattet der Mitarbeiter den Automaten mit Einzelteilen aus und überwacht anschließend den Produktionsvorgang. Die Maschinen wissen genau, welches Bauteil wohin gehört. Wenn die Baugruppen bestückt sind, laufen sie durch die Öfen. Hier werden sie auf der Unterseite gelötet. Anschließend geht es zur Endprüfung“, erklärt Robert Hubert, der am Siemens-Standort Karlsruhe in der Abteilung Facility Management beschäftigt ist.

Experten für Automatisierungstechnik

Die Produktreihe Simatic, die unter anderem hier am Standort gefertigt wird, gehöre zu den bekanntesten Siemens-Erzeugnissen, berichtet Hubert: „Die Simatic S7 kommt zum Beispiel zur Steuerung von Fertigungsstraßen in der Automobil- oder Ölindustrie zum Einsatz. Bei der Reihe Simatic IPC handelt es sich um besonders robuste Industrie-PCs, die sich speziell für Werkstätten sowie Indoor- und Outdoor-Produktionsbereiche eignen.“ Das Manufacturing Karlsruhe fertigt – je nach Kundenanforderungen – große und kleine Stückzahlen. Jährlich laufen hier rund 180 neue Produkte an. „Aktuell werden am Standort Karlsruhe rund 24 000 verschiedene Produkte gefertigt. Anschließend liefern wir diese direkt an die Kunden aus“, so Hubert. Täglich werden im MF-K mehr als 2 000 Fertigungsaufträge abgewickelt.

Gegründet wurde der Standort 1954 und hat sich seitdem zum Expertise-Standort für Automatisierungstechnik entwickelt. Neben den 1 000 Mitarbeitern in der Produktion sind im Siemens-Industriepark weitere 3 500 Siemens-Mitarbeiter aus den Fachbereichen Entwicklung, Einkauf und Vertrieb sowie rund 1 000 Mitarbeiter bei Fremdfirmen beschäftigt, die sich auf dem Gelände angesiedelt haben. Damit zählt der Standort zu einer der größten Siemens-Niederlassungen deutschlandweit. „Bei den externen Firmen handelt es sich vorrangig um Unternehmen, die als Dienstleister für Siemens auftreten“, sagt Hubert. Dies habe einen ganz entscheidenden Vorteil: „Wir stimmen uns in persönlichen Terminen statt am Telefon ab und sollte einmal etwas nicht ganz rund laufen, sind unsere Ansprechpartner direkt vor Ort.“

Eingespieltes Team

Einer dieser Dienstleister ist Piepenbrock. Die Niederlassung hat ihren Sitz in einem der Verwaltungsgebäude auf dem Werksgelände. Neben Siemens sind ihre rund 800 Mitarbeiter bei Kunden im gesamten Südwesten Deutschlands im Einsatz – nicht so Hüsne Yilmaz. Die Objektleitung für den Siemens-Industriepark ist ein Vollzeitjob. Bereits seit 2007 ist sie für Piepenbrock bei Siemens tätig und damit beinahe solange wie die Partnerschaft zwischen dem Gebäudedienstleister und dem Technologieunternehmen am Standort Karlsruhe besteht. Sie begann als Reinigungskraft, war später als Vorarbeiterin tätig und übernahm 2010 die Objektleitung.  „Ich kenne den Siemens-Industriepark und seine verschiedenen Gebäude wie meine Westentasche“, sagt Yilmaz selbstbewusst.

Robert Hubert und Hüsne Yilmaz arbeiten seit 2014 Hand in Hand und sind ein eingespieltes Team. „Es ist ein großer Vorteil, dass Frau Yilmaz und ihr Team direkt vor Ort sind“, berichtet Hubert. „So können Sonderaufträge – zum Beispiel Hausmeisterdienste im Sanitärbereich – auch spontan übernommen werden.“ Auch Yilmaz ist von der Zusammenarbeit begeistert: „In den vergangenen Jahren haben wir unsere Partnerschaft stetig ausgebaut. Wenn es neue Aufgaben im Facility Management gibt, fragt Herr Hubert zunächst, ob wir diese Aufgaben leisten können. Ich sage dann immer: Natürlich können wir!“

Siemens-Industriepark: Infrastrukturelles Facility Management auf 285 000 Quadratmetern

Der Siemens-Industriepatk in Karlsruhe umfasst 285 000 Quadratmeter. (Bild: Piepenbrock)

Breites Aufgabenspektrum und regelmäßige Sonderaufträge

Was mit der klassischen Unterhaltsreinigung sowie Hausmeisterservices in den Produktions- und Verwaltungsgebäuden begann, ist heute ein Multi-Service-Auftrag, der sich ständig weiterentwickelt. Hinzu kommen Sonderreinigungen sowie die regelmäßige Erneuerung der ableitfähigen Beschichtungen in den Produktionsbereichen. „Diese sind ein wichtiger Baustein für den Produktionserfolg“, so Hubert. Auch Glasreinigungen zählen zum Aufgabenspektrum. „Wir haben hier so viele Gebäude, dass für die Glasreinigung ein Zeitraum von April bis Juli eingeplant ist“, berichtet Yilmaz. Außerdem übernimmt das Team aus rund 70 Mitarbeitern Spezialaufgaben wie die Inspektion der 44 Dächer und die Reinigung der Klimaanlagen und Krankentragen. Regelmäßig ergeben sich neue Aufgaben. Seit einigen Monaten gehört dazu auch der Postdienst. Zwei Mitarbeiterinnen tragen täglich rund 1 000 Briefe auf dem Unternehmensgelände aus. „Wenn ich eine neue Aufgabe an das Team von Piepenbrock gebe, weiß ich: Die Mitarbeiter kennen sich hier aus und sind zuverlässig. Das ist entscheidend bei einem so großen Gelände“, begründet Hubert seine Entscheidung. Für neue Aufgaben kommen deshalb immer zunächst Piepenbrocker zum Einsatz, die bereits im Vorfeld auf dem Gelände tätig waren. Das fehlende Personal wird anschließend an anderer Stelle aufgestockt.

Auch bei verschiedenen Sonderaktionen hat Piepenbrock Siemens schon unterstützt, berichtet Hubert: „Durch die regelmäßigen Umbauarbeiten musste kürzlich die komplette Raumbeschilderung auf dem Gelände erneuert werden – und die Feuerlöscher wurden auch ausgetauscht.“

Dass regelmäßig auch spontan Sonderaufträge von Piepenbrock übernommen werden können, liegt dabei an der Organisationsstruktur. Hüsne Yilmaz wird unterstützt durch ihre Vorarbeiterin, Sevda Genc, und Dominik Sakota in der Bearbeitung der kaufmännischen Prozesse. Alle drei haben Zugriff auf einen E-Mail-Account, über den Siemens-Mitarbeiter Störungen melden und neue Aufträge erteilen können. Genc prüft anschließend die Situation vor Ort und koordiniert, welcher Mitarbeiter den Auftrag umsetzt. Abschließend kontrolliert sie das Arbeitsergebnis und gibt Sakota die entsprechenden Informationen, zum Beispiel für die Abrechnung, weiter. „Neue Aufträge kommen täglich. Das liegt an der Größe des Geländes, den vielen Bauarbeiten und Umzügen. Dass diese direkt hier vor Ort kalkuliert, umgehend umgesetzt und abgerechnet werden, ist für mich unerlässlich, damit das Tagesgeschäft bei Siemens weitergehen kann“, freut sich Hubert.

Tageskräfte sorgen für Qualitätssteigerung

Piepenbrock erhielt 2014 den Zuschlag für weitere fünf Jahre. „Das große Vertrauen und die Zufriedenheit seitens Siemens, die sich in der langen Vertragslaufzeit widerspiegelt, sorgen dafür, dass wir Konzepte überarbeiten sowie bestehende Prozesse und Strukturen hinterfragen konnten“, so Hüsne Yilmaz. Daraus ergab sich zum Beispiel die Umstellung von der strikten Unterhalts- und Sonderreinigung nach Leistungsverzeichnis auf eine Reinigung mithilfe sogenannter Tageskräfte. „Ausgangspunkt war, dass sich einer der Werksleiter einen höheren Grad an Sauberkeit gewünscht hat“, berichtet Yilmaz. „Daraufhin haben Herr Hubert und ich uns zusammengesetzt und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.“ Robert Hubert erklärt das Vorgehen: „Wir sind zusammen das Gelände abgegangen und haben anschließend gesagt: Es gibt doch verschiedene Bereiche und Abteilungen, wieso orientieren wir nicht auch die Reinigung daran?“

Früher haben mehrere Reinigungskräfte verschiedene Aufgaben strikt nach Leistungsverzeichnis abgearbeitet.

Heute ist eine Person für ein bestimmtes Revier hauptverantwortlich und in Vollzeit tätig. „Ein Mitarbeiter ist mit offenen Augen und Ohren im Einsatz – jeden Tag am selben Ort“, berichtet Yilmaz. Sonderreinigungen würden so einfach in das Tagesgeschäft integriert und nach Bedarf umgesetzt. „Der Vorteil ist dabei zum einen, dass bei spontanem Reinigungsbedarf die Siemens-Mitarbeiter ihre Reinigungskräfte persönlich kennen, direkt ansprechen und sich so die Beschwerden drastisch reduziert haben. Zum anderen arbeiten die Piepenbrocker durch ihre persönliche Zuständigkeit für einen ganz bestimmten Bereich motivierter und zufriedener“, ergänzt Hubert. „Die Qualität der Reinigungsleistung ist so nachhaltig gestiegen. Ein Wahnsinnserfolg.“ Deshalb wollen die Objektleiterin und der Experte für Facility Management das Konzept zukünftig auch an weiteren Siemens-Standorten vorstellen.

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