Piepenbrock Kunstförderpreis verliehen

Für Gian Luca Cadeddu ist Europa zurzeit eine kaum einnehmbare Burg. In seiner multimedialen Installation habe er sich mit der »aktuellen Abschottungspolitik Europas« befassen wollen, erklärt er. Für diese Arbeit erhält der Student der Universität Osnabrück den Piepenbrock Kunstförderpreis 2016. Ebenfalls ausgezeichnet wird Merle Lembeck für ihre mehrteilige Raumkomposition.

Der Piepenbrock Kunstförderpreis ist eine landesweit äußerst angesehene und begehrte Auszeichnung für Nachwuchskünstler. Der mit insgesamt 6.000 Euro dotierte Förderpreis wurde zum 23. Mal an Studierende des Faches Kunst der Universität Osnabrück vergeben. Gian Luca Cadeddu erhält den mit 3000 Euro dotierten Preis für seine "äußerst eindrucksvolle Installation", wie Maria-Theresia Piepenbrock für die Jury betonte. Der 1993 in Haselünne geborene Cadeddu studiert Kunst und Kunstgeschichte seit dem Wintersemester 2013/14. Ebenfalls beeindruckt zeigte sich die Jury von den Raumkompositionen (ebenfalls dotiert mit 3.000 Euro) der 1990 in Sögel geborenen Merle Lembeck. Es handelt sich um eine mehrteilige Komposition aus Holzwerkstoff, Graupappe, Lack, Acrylfarbe und Ölkreise. Merle Lembeck studiert seit vergangenem Jahr den Masterstudiengang Kunst und Kommunikation. Maria-Theresia Piepenbrock übergab die Preise an die glücklichen Studierenden. Sie eröffnete zugleich eine Ausstellung, die alle nominierten Arbeiten präsentiert. Bereits zuvor hatte sie deutlich gemacht, dass sie auch dieses Jahr wieder von der hohen Qualität der nominierten Arbeiten sehr beeindruckt sei.

 

Fachlichen und künstlerischen Anspruch aufrechterhalten

Präsident Prof. Dr. Wolfgang Lücke dankte für die erneute Stiftung dieses Förderpreises. "Durch den Piepenbrock Kunstförderpreis erhält das Fach Kunst und damit die ganze Universität Osnabrück in außergewöhnlicher Weise die Möglichkeit, sich nach außen zu präsentieren und sich gleichzeitig nach außen und innen zu messen", so der Präsident. "Wir können und wollen nicht mit Kunstakademien oder Kunsthochschulen konkurrieren. Wir wollen jedoch einen fachlichen und künstlerischen Anspruch aufrechterhalten, den wir für alle Studierenden reklamieren; nicht nur für diejenigen, die eine Laufbahn als freie Künstler anstreben, sondern auch für diejenigen, die ins Lehramt gehen oder in einer anderen Form der Kunstvermittlung tätig sein werden."

Eine fachkundige Jury hatte die Arbeiten der Studierenden am Freitagvormittag begutachtet. Dem Gremium gehörten neben Maria-Theresia Piepenbrock die Kunstkritikerin Ursula Bode (Berlin), Prof. Dr. Klaus Dierßen (Fachgebiet Fotografie, Universität Hildesheim), Prof. Thomas Rentmeister (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, Freier Künstler, Berlin) und Prof. Dr. Wolfgang Lücke (Präsident der Universität Osnabrück) an.

 

Über die Ausstellung

Die Ausstellung ist seit Sonntag, dem 11. Dezember, bis Mittwoch, dem 14. Dezember 2016, jeweils von 10 bis 18 Uhr im Universitätsgebäude an der Seminarstraße 33 zu sehen. Führungen sind nach telefonischer Anmeldung (Tel. 0541 969 4225) möglich. Im Rahmen ihrer »Kunsttage« bietet das Fach Kunst auch ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen an.